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IHK-Tourismusausschuss thematisierte Fachkräftemangel und Corona-Auflagen

Ausschussvorsitzender Wolfgang Hackmann (l.) mit den Mitgliedern des IHK-Tourismusausschuss und IHK-Geschäftsbereichsleiterin Anke Schweda (3. v. l.). Foto: IHK Osnabrück

Osnabrück. „Die Tourismusbranche ist sehr froh, dass es die Corona-Verordnung und sinkende Inzidenzen in diesem Jahr endlich zulassen, Gäste zu empfangen und zu bewirten. Alles andere wäre im Verhältnis zum Infektionsrisiko unangemessen“, erklärte der Vorsitzende Wolfgang Hackmann jetzt in der Sitzung des IHK-Fachausschusses Tourismus in Haselünne.

Allerdings sei der Zusatzaufwand, etwa für Hygienemaßnahmen, Abstandsregelungen und Kontaktnachverfolgung, weiterhin groß. Nach den coronabedingten Betriebsverboten bis Mai belaste dies die Branche sehr, so Hackmann. Durch die durchgehenden Schließungen ab November 2020 habe sich der Fachkräftemangel verschärft und sei zur größten Herausforderung geworden. „Es wird auch dringend Zeit, dass der Staat den Bürger in die Verantwortung nimmt, statt seine Kontrollaufgabe noch länger auf die Betriebe zu verlagern“, sagte der Vorsitzende des IHK-Tourismusausschusses.

Lag die Zahl der Übernachtungen laut amtlicher Statistik in der ersten Jahreshälfte 2019 im IHK-Bezirk noch bei knapp 2,4 Millionen, so wurden in der ersten Jahreshälfte 2021 nur 1,04 Millionen Übernachtungen gezählt, ein Minus von rund 57 Prozent. Ursache hierfür war das Verbot touristischer Übernachtungen. „Wer öffentlich über die letzten 3 Monate jubelt, betreibt Augenwischerei. Die Wahrheit ist, dass die Branche noch lange nicht aufholen konnte, was sie an Umsatzeinbußen und Folgeschäden erleiden musste“, so Hackmann weiter.

Aufgrund der Folgeschäden der Pandemie berichteten fast alle Ausschussmitglieder, dass sie bis heute massive Personalprobleme hätten: Sie müssten Öffnungszeiten einschränken, könnten Zimmer nicht belegen oder müssten Restaurantbereiche schließen, weil es am notwendigen Personal fehle. Viele von ihnen seien daher seit der Wiederöffnung mit ihren Familien im Dauereinsatz, um den Gästen einen guten Service bieten zu können. Dass Schulpraktika für künftige Auszubildende nicht stattfinden durften, habe den Fachkräftemangel verstärkt, obwohl attraktive Ausbildungsplätze und Stellen im Gastgewerbe frei seien.

„Die Tourismuswirtschaft benötigt dringend gute Servicekräfte, engagierte Köche oder zuvorkommende Taxifahrer, die die Gäste zu allen Zeiten fahren. Ansonsten bleiben dringend benötigte Umsätze aus und viele Unternehmen auf der Strecke. Dass Auszubildende sogar in Zentral- und Südostasien sowie Nordafrika angeworben werden, zeigt die Not der Branche. Umso wichtiger ist es, die mit einer Ausbildung im Gastgewerbe verbundenen Chancen noch stärker herauszustellen“, erklärte Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung. „Unsere IHK unterstützt dies durch die Ansprache von Jugendlichen auf Ausbildungsmessen oder auch in den sozialen Medien unter dem Stichwort ‚Moin Future’“, so Schweda.

Professor Dr. Enno Schmoll von der Jade Hochschule in Wilhelmshaven informierte die Ausschussmitglieder bei der Sitzung außerdem über Wege, die Attraktivität der Region und ihrer Kommunen sowie das betriebliche Angebot für Touristen und Gäste zu steigern. Er empfahl, auf Regionalität und eine enge Zusammenarbeit bei der Markenbildung zu setzen. Dafür müssten alle Akteure vor Ort ihr Alleinstellungsmerkmal systematisch entwickeln, das diesen von anderen Standorten unterscheide. Ebenso wichtig sei es, regelmäßig die Zielgruppe mit den tatsächlich erreichten Gästen und deren Bedürfnissen abzugleichen und sich kontinuierlich inhaltlich neu auszurichten.

Der aus ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bestehende Fachausschuss Tourismus tagte in der Edelkorn-Brennerei Jos. Rosche GmbH & Co. KG in Haselünne. Die Mitglieder trafen sich dabei erstmals nach gut eineinhalb Jahren wieder in Präsenz. Es war die dritte Sitzung im laufenden Jahr.

PM/Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

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